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Wissenschaftssenatorin Fegebank und Klimawissenschaftler Prof. Dr. Marotzke unterstützen den eindringlichen Appell der Forschenden, neue Erkenntnisse ernst zu nehmen

HAMBURG 11.08.2021, 20:50
Wissenschaftssenatorin Fegebank und Klimawissenschaftler Prof. Dr. Marotzke unterstützen den eindringlichen Appell der Forschenden, neue Erkenntnisse ernst zu nehmen

„Es ist eindeutig, dass menschliches Handeln die Atmosphäre erwärmt hat.“ So lautet der erschreckende und unzweideutige Befund des Weltklimarates, der am 9. August vorgestellt worden ist. Im vorigen Bericht der Weltklimarates (IPCC) war bislang nur der Wandel des Klimas als eindeutig beschrieben worden. Als Grund dafür wurde menschliches Handeln als „äußerst wahrscheinlich“ bezeichnet. Der IPCC hat nun erstmals deutlich gemacht, dass die Berechnungen der Zahlenmodelle so  eindeutig sind, dass sich alle anderen Möglichkeiten wissenschaftlich ausschließen lassen. Diese wissenschaftliche Gewissheit und Validität der Ergebnisse ist Kern des ersten Teils des neuen Sachstandsberichts des IPCC, an dem Forschende aus aller Welt mitgewirkt haben.

Das Hamburger Exzellenzcluster zur Klimaforschung CLICCS zielt darauf ab, Klimaveränderungen zu verstehen und bezieht dabei die natürlichen Klimaänderungen, extreme Ereignisse und unerwartete Effekte mit ein. Es spannt einen großen thematischen Bogen: von der Grundlagenforschung zur Dynamik des Klimasystems und zu sozialen Dynamiken bis hin zur transdisziplinären Untersuchung der Wechselwirkungen von Mensch und Umwelt. Leitfrage der Klimaforschung im Exzellenzcluster ist, welche Klimazukünfte möglich und welche plausibel sind.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Der aktuelle Bericht des Weltklimarates ist erschütternd. Bilder, wie wir sie aktuell von Überschwemmungen und verheerenden Bränden sehen, werden weltweit zunehmen. Dass der Klimawandel menschengemacht ist und wir nicht mehr viel Zeit haben, unseren Planeten  lebenswert zu halten, daran lässt die Wissenschaft keinen Zweifel. Hamburg ist ein wichtiges Zentrum der weltweiten Klimaforschung und hat einen wesentlichen Beitrag zu den Erkenntnissen geleistet, die heute veröffentlicht  wurden. Ohne die wissenschaftsbasierten  Fakten ist ein effektiver Kampf gegen die Erderwärmung nicht möglich. Ich möchte allen Forscherinnen und Forschern danken, die sich täglich dafür einsetzen, dass wir den Klimawandel besser verstehen und Wege aufzeigen, wie wir ihn bekämpfen können. Klar ist: wir können nicht mehr den Klimawandel stoppen, sondern nur die Auswirkungen, die auch wir in Hamburg und Norddeutschland immer stärker spüren. Unsere Klimaforsche:innen sagen uns seit Jahrzehnten die dramatischen Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels vorher. Wir haben daher früh erkannt, welche zentrale Bedeutung diesem Forschungsfeld zukommt, um noch einen gangbaren Ausweg aus der größten Menschheitsaufgabe der kommenden Jahrzehnte zu finden. Die Hamburger Klimawissenschaftler:innen und das Exzellenzcluster an der Universität Hamburg und das Max-Planck-Institut Meteorologie sind Garanten dafür, dass diese Expertise weltweit Anerkennung und Wertschätzung findet. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich bei allen Beteiligten. Ihre Forschungsergebnisse zeigen uns eindrücklich, warum Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nun drastisch umsteuern müssen, um unseren Wohlstand und Frieden zu wahren. Wir alle müssen nun entschieden handeln.“

Prof. Dr. Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie und Mitautor des aktuellen IPCC-Klimaberichts: „So deutlich haben wir das noch nie sagen können: Wenn wir die CO2-Emissionen auf dem heutigen Niveau halten oder noch weiter erhöhen, werden wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens mit Sicherheit verfehlen. Wir werden eine Temperaturerhöhung um 1.5 Grad Celsius oder 2 Grad Celsius überschreiten, wenn die Emissionen nicht rasch und drastisch sinken und 2050 Netto-Null erreichen. Das heißt auch: Wer es mit den Pariser Klimazielen ernst meint, muss sich entschlossen für solch drastische Emissionsminderungen einsetzen. Wie realistisch diese Minderungen sein könnten, hat der jetzt vorgelegte Teil des IPCC-Berichts nicht untersucht. Allerdings hat das Hamburger Exzellenzcluster CLICCS hierzu im Juni eine sehr wichtige Studie vorgelegt. Diese unterstreicht, welche Mammutaufgabe vor uns liegt, wenn wir die Pariser Klimaziele einhalten wollen.“

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