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Erneuerbare Wärme für 27.000 Haushalte

Umweltsenator Jens Kerstan hat heute gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer von 50 Hertz, Dr. Frank Golletz, sowie dem Geschäftsführer von Hamburg Wärme GmbH, Michael Beckereit, auf dem Gelände des Heizkraftwerks in Wedel den Spatenstich für eine neue Power-to-Heat-Anlage (Wind-zu-Wärme-Anlage) vorgenommen. Damit kann der Bau für eine der größten Anlagen dieser Art in Deutschland beginnen.

HAMBURG 22.09.2021, 21:44
Erneuerbare Wärme für 27.000 Haushalte

Spatenstich für Power-to-Heat-Anlage in Wedel

Die Power-to-Heat-Anlage (P2H) wird künftig Windstrom in Fernwärme zum Heizen umwandeln. Mit der Fähigkeit, die Verbrauchsformen Strom und Wärme miteinander zu koppeln, trägt die neue Anlage dazu bei, den von den Windkraftanlagen auf See und an Land erzeugten Strom regional und effizient zu nutzen und dadurch die Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen. Mit einer Leistung von 80 Megawatt können rund 27.000 Wohneinheiten mit Fernwärme versorgt werden. Die Inbetriebnahme ist für die Heizperiode 2022/2023 geplant. Die Investitionskosten für die Anlage und deren Anbindung an das Stromübertragungsnetz in Höhe von maximal 31,5 Millionen Euro übernimmt der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, der für den sicheren Stromnetzbetrieb in Hamburg sowie im Osten Deutschlands verantwortlich ist. Durch den Einsatz der Anlage können pro Jahr bis zu 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Gleichzeitig kann der Kohleeinsatz im Heizkraftwerk Wedel bis zur Stilllegung in 2025 um rund 50.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Mit diesem Spatenstich für die Power-to-Heat-Anlage in Wedel profitieren wir in dreifacher Hinsicht: Wir machen einen wichtigen Schritt in Richtung CO2-Reduzierung der Fernwärme, können den Einsatz von Kohle im Heizkraftwerk Wedel während der Restlaufzeit bis 2025 herunterfahren und wir reduzieren die Abregelung von Strom aus Windkraft. Dieses Projekt ist ein weiterer Leuchtturm auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Energiewirtschaft und wäre ohne die Rekommunalisierung der Netzgesellschaften nicht vorstellbar. Die Hamburger Fernwärme soll bis 2030 kohlefrei werden und ist prädestiniert zur Verwertung erneuerbarer Strommengen aus Wind und Sonne. Diese Power-to-Heat-Anlage oder auch Wind-zu-Wärme-Anlage zur Gewinnung von grünem Strom wird einen großen Beitrag dazu leisten. Unser Ziel ist es, mehr Strom aus erneuerbaren Energien in das Netz aufzunehmen und Netzengpässe und die Abschaltung von Windkraftanlagen zu vermeiden.“

Michael Beckereit, technischer Geschäftsführer der Wärme Hamburg: „Power-to-Heat eignet sich besonders gut, um erneuerbare Energien in das Wärmenetz zu integrieren. Die Anlage übernimmt kurzfristig eine wichtige Funktion bei der Reduzierung der im Heizkraftwerk Wedel verbrannten Kohlemenge und mittel- und langfristig beim Umbau unserer Wärmeerzeugung in Richtung CO2-freier Wärme. Es ist nach unserer Power-to-Heat Anlage Karoline die zweite Wind-zu Wärme-Anlage der Wärme Hamburg und ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zur Dekarbonisierung.“

Dr. Frank Golletz, technischer Geschäftsführer 50Hertz: „Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, dass im Jahresmittel 100 Prozent des Stromverbrauches in unserem Netzgebiet bis 2032 aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Heute müssen wir noch an windstarken Tagen Windkraftanlagen im Norden zeitweise anhalten, um das Überlasten unserer Leitungen Richtung Süden zu verhindern. Die Power-to-Heat-Anlage in Wedel kann das Abregeln reduzieren und stattdessen diese CO2-freie Energie nutzen. Nach ersten ähnlichen Projektstarts in Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt einer Leistung von 60MW, wird die P2H-Anlage in Hamburg mit 80MW die leistungsstärkste Anlage dieser Art in unserem Netzgebiet sein.“

Die flexibel einsetzbare Anlage funktioniert nach dem Prinzip eines Tauchsieders. Windstrom wird genutzt, um Wasser zu erwärmen, das in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Künftig soll die Power-to-Heat-Anlage dann eingesetzt werden, wenn im Norden mehr Windstrom erzeugt wird, als über die Stromleitungen abtransportiert werden kann. Um diese Engpasssituation abzumildern, kann die Wärme Hamburg auf Anforderung von 50Hertz die PtH-Anlage aktivieren und den Strom zur Wärmeerzeugung nutzen. Dieser Strom müsste anderenfalls abgeregelt werden.

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